Herrenbesuch
"...das war so richtig spritzig, jung, dynamisch, SUPER!"
- eine Konzertbesucherin
Was war passiert? Sie hatte 'Herrenbesuch’ bekommen! Der inzwischen auf über 30 Sänger angewachsene Männerchor aus München startete Ende 2006 mit sieben verwegenen Sängern, die sich das Barbershop-Singen auf die Fahnen geschrieben hatten. Alles Friseure? Mitnichten! In den Reihen des Chores finden sich PR-Berater neben Studenten und Handwerkern. Eine bunte Mischung eben - genau wie das Repertoire des Chores. In den englischen, deutschen und auch bayerischen Liedern hat Hinter- und Unsinniges ebenso Platz wie Dichterwort und Geistliches (Gospel). Verbindendes Element bei Allem ist die sogenannte 'enge Lage’, bei der die einzelnen Stimmen sehr eng gesetzt sind, was durch die Physik dafür sorgt, dass sehr viele Obertonreihen entstehen können. 'Close harmony’ ist der Fachausdruck dafür.
Die noch junge Geschichte des Männerchores fand einen ersten Höhepunkt im sechsten Platz bei der ersten Teilnahme an den Deutschen Barbershop-Meisterschaften (ausgetragen von BinG!, dem dt. Barbershop-Verband) im März 2008. Mit einem sehr überzeugenden Debut erreichte Herrenbesuch einen ersten Meilenstein! Schon bei der nächsten Teilnahme im März 2010 kratzte man kurz an der Bronzemedaille, musste sich bei diesem Wettbewerb jedoch von den Kölner Männergesangverein-Kollegen des Ersten Kölner Barbershop Chores - zufällig auch noch die musikalische Wiege des Chorleiters von Herrenbesuch - geschlagen geben. Aber die Ziele sind natürlich hoch gesteckt!
Barbershop wird nicht nur im englischsprachigen Mutterland, den USA gesungen, sondern inzwischen auch weltweit. So findet man Barbershop-Verbände nicht nur in anglophonen Ländern wie Großbritannien oder Australien und Neuseeland, sondern ebenso in Spanien, den nordischen europäischen Ländern (mit Schweden als Schwerpunkt), in den Niederlanden und seit immerhin 20 Jahren auch in Deutschland. Hier wird die reiche, deutsche Chorlandschaft mit neuen 'Close-Harmony-Klängen’ noch reicher gemacht. Unter anderem auch damit, dass man ohne Noten auf der Bühne steht und sich zum Singen anlasskompatibel bewegt. Und auch nach einem Barbershop-Konzert gibt es Neuigkeiten zu bestaunen. Barbershopper pflegen den schönen Brauch des Afterglow. Dieses 'Nachglühen’ ist ein geselliges Beisammensein, bei dem - in völlig zwangloser Form - noch viel gesungen, geredet und gelacht wird. Man kennt sich in Barbershop-Kreisen gut und sorgt für regelmäßigen Austausch. Auch mit anderen Chorverbänden im In- und Ausland. Kein Wunder, dass auch fremde Länder (sogar das ferne Brasilien!) gerne Herrenbesuch erhielte!
Die Früchte der Arbeit sind inzwischen auch in einem Profilvideo Profilvideo auf YouTube und MyVideo zu bestaunen. 'Herrenbesuch’ war der erste Chor, der diese neue Präsentationsform nutzte, um sie einer (weltweiten) Öffentlichkeit multimedial präsentieren zu können. Dafür müssen die Sänger allerdings auch einiges an Motivation und Einsatz mitbringen. In der wöchentlichen Chorprobe wird im Stehen und eben ohne Noten gesungen. Die werden zu Hause auswendig gelernt und dann in der Probe zusammengefügt. Sicher nicht für jeden Chor geeignet, aber die hochambitionierte Herrenbesuch-Sänger schwören auf diese Arbeitsweise.